Aufgaben des Unterrichts für Kranke
Unterricht
und Erziehung kranker Schüler müssen die besondere Lebens- und
Krankheitssituation des Kindes bzw. Jugendlichen berücksichtigen. Beide sollen
den Bildungsauftrag der Schule unter dem besonderen Gesichtspunkt von Krankheit
und mangelnder Schulbesuchsfähigkeit erfüllen
Bildungsauftrag
und Krankheitsbewältigung müssen Hand in Hand gehen und schlüsseln sich in
folgende Aufgaben auf:
1.
Wissensvermittlung
Der
Anschluss an den Leistungsstand der Klasse in der Stammschule (Heimat- schule)
soll gehalten werden, damit Nichtversetzung oder Abbruch der Schullaufbahn
vermieden wird. Soweit erforderlich werden die Schüler auf die Abschlussprüfungen
für den Hauptschul- und Mittleren Bildungsabschluss vorbereitet.
Kranken Schülern wird damit die Angst genommen, in den schulischen Leistungen
in Rückstand zu geraten.
2.
Krankenpädagogische Aufgaben
Schülerinnen
und Schüler haben bei langandauernder oder wiederkehrender Erkrankung einen
besonderen Förderbedarf. Der Unterricht für Kranke berücksichtigt veränderte
Lernbedingungen. Ziele, Inhalte, Methoden und die gesamte Organisation des
Lernens richten sich nach
dem besonderen Förderbedarf.
Hierzu gehören: krankenspezifische Auswahl von Unterrichtsthemen, sachliche
Thematisierung der eigenen Krankheit. Ängste
sollen abgebaut werden und Konflikte verarbeitet werden.
Durch Beobachtung während des Unterrichts und durch eine pädagogisch
ausgerichtete Diagnostik können klinische Befunde ergänzt und erweitert werden.
3.
Sonderpädagogische Aufgaben
Kranke
Schülerinnen und Schüler mit langandauernden oder häufig wiederkehrenden
Erkrankungen bedürfen darüber hinaus einer sonder- pädagogischen Unterstützung.
Eine notwendige Förderdiagnostik führt über die Erstellung eines
individuellen Förderplanes zu einem individuell ausgerichteten
Unterricht.
Dies hat Konsequenzen für den
Unterricht und die Erziehung, didaktisch - methodische Entscheidungen und die Gestaltung der Lernsituation
im Unterricht mit kranken Schülerinnen und Schülern. Interessen, persönliche Fähigkeiten, Zukunftserwartungen der
Schülerinnen und Schüler werden beachtet. Über die Wiedergewinnung der
Lernmotivation, leistbarer Anforderungen und Erfolgserlebnissen wird das
Selbstvertrauen und die Lern- und Lebensfreude gestützt.
4.
Umfeldaufgaben
Die
im Unterricht für Kranke tätigen Lehrkräfte halten regelmäßigen Kontakt zur
Stammschule (Heimatschule) und informieren über Leistungsstand, Lerninhalte und
das soziale Verhalten der Schülerinnen und Schüler. Lehrkräfte der
Stammschulen werden sensibilisiert für die besonderen Belange der erkrankten
Schülerinnen und Schüler. Beratung der Eltern sowie der Schülerinnen und Schüler
gehört mit zu den sonderpädagogischen Aufgaben des Unterrichts für Kranke.
Lehrkräfte im Krankenhaus- und Hausunterricht leisten Hilfe bei der
Schullaufbahnberatung und bei der Wiedereingliederung in die Stammschule
(Heimatschule).